Ein Doppelschach ist genau das, was der Name sagt: Der König wird von zwei Figuren gleichzeitig angegriffen. Es entsteht fast immer aus einem Abzugsschach, bei dem die vordere Figur wegzieht, selbst Schach bietet und dabei zugleich ein Schach der Figur dahinter aufdeckt.
Das Besondere am Doppelschach ist die Verteidigung, oder besser gesagt: dass es keine gibt. Du kannst nicht zwei Linien mit einer Figur verstellen, und du kannst nicht zwei Angreifer mit einem Zug schlagen. Der einzige erlaubte Zug ist ein Königszug. Hat der König kein sicheres Feld, ist es matt, selbst wenn andere Figuren beide Angreifer schlagen könnten.
Warum es so zwingend ist
Gegen ein normales Schach hat der Verteidiger drei Möglichkeiten: den Angreifer schlagen, dazwischenziehen oder mit dem König ausweichen. Beim Doppelschach fallen die ersten beiden weg. Damit ist es der zwingendste Zug im Schach, und Problemkomponisten lieben es, weil es dem Verteidiger kaum eine Wahl lässt.
Das erklärt auch eine überraschende Eigenheit von Kombinationen mit Doppelschach: Du darfst Figuren auf Felder stellen, auf denen sie geschlagen werden könnten. Solange der König ziehen muss, hat der Gegner keine Zeit, sie zu nehmen.
Ein klares Beispiel
Weiß hat einen Turm auf e1 und einen Läufer auf e4. Der schwarze König steht auf e8, die Felder dazwischen sowie f5 und f7 sind leer. Der eigene Läufer verstellt dem Turm den Weg.
Weiß spielt Lg6+. Der Läufer verlässt die e-Linie, also bietet jetzt der Turm über diese Linie Schach. Gleichzeitig gibt der Läufer von g6 aus über f7 Schach. Das ist ein Doppelschach. Schwarz kann weder den Läufer schlagen noch eine der beiden Linien verstellen. Der König muss ziehen, und wenn ihn seine eigenen Figuren einsperren, ist die Partie auf der Stelle vorbei.
Doppelschach im Rätsel erkennen
Achte auf diese Anzeichen:
- Eine deiner Figuren steht zwischen deinem Turm, Läufer oder deiner Dame und dem gegnerischen König.
- Diese vordere Figur kann ein Feld erreichen, von dem aus sie ebenfalls Schach bietet.
- Der gegnerische König hat kaum freie Felder, oft weil ihn seine eigenen Figuren einengen.
- Ein Schach mit nur einer Figur ließe sich leicht abblocken oder schlagen, ein Doppelschach dagegen nicht.
Springer eignen sich hervorragend als vordere Figur, denn ein Springerschach lässt sich nie verstellen. Kombiniere ein Springerschach mit einem Turm- oder Läuferschach von hinten, und dem Verteidiger bleiben nur Königszüge.
Fehler, auf die du achten solltest
- Es übersehen, weil die Figur scheinbar hängt. Viele verwerfen einen Zug wie Lg6+, weil der Läufer geschlagen werden kann. Beim Doppelschach geht das aber nicht.
- Die Fluchtfelder des Königs vergessen. Doppelschach erzwingt einen Königszug. Hat der König aber ein sicheres Feld, kann der Angriff verpuffen. Zähl diese Felder zuerst.
- Doch nur ein einfaches Schach wählen. Sind sowohl ein Abzugsschach als auch ein Doppelschach möglich, ist das Doppelschach meist stärker. Vergleiche beide, bevor du ziehst.
Praktische Tipps
- Such zuerst nach dem Doppelschach. Wann immer du ein Abzugsschach hast, frag dich, ob die vordere Figur auch selbst Schach bieten kann.
- Lass hängende Figuren beim Rechnen außen vor. Nach einem Doppelschach zählen nur Königszüge, also berechne nur diese.
- Bereite es mit einem Opfer vor. Ein Opfer, das den König auf die richtige Linie lockt, macht oft einen Zug später ein Doppelschach möglich.
In lockeren Partien sind Doppelschachs selten. Gerade deshalb übersieht man sie leicht, und gerade deshalb schlagen sie so verheerend ein.










