Epauletten sind die Schulterstücke einer Uniform, und genau so sieht dieses Matt aus: ein König mit einer eigenen Figur auf jeder Schulter. Eigentlich sollten diese beiden Figuren ihn beschützen. Stattdessen nehmen sie ihm die seitlichen Fluchtfelder, und eine Dame, die aus kurzer Entfernung Schach bietet, erledigt den Rest.
Das Epaulettenmatt ist seltener als ein Grundreihenmatt, aber ein schönes Muster, das du kennen solltest. Oft taucht es in Stellungen auf, in denen der König nicht rochiert hat.
So sieht es aus
Das klassische Bild entsteht auf der Grundreihe. Der schwarze König steht auf e8, schwarze Türme stehen auf d8 und f8. Die weiße Dame kommt nach e6 und bietet über das leere Feld e7 entlang der e-Linie Schach.
Schau dir die Möglichkeiten des Königs an:
- d8 und f8: von seinen eigenen Türmen besetzt, den beiden „Epauletten“.
- e7: auf der Schachlinie, von der Dame gedeckt.
- d7 und f7: von der Dame diagonal gedeckt.
Kann Schwarz die Dame nicht schlagen und nicht auf e7 dazwischenziehen, ist es matt. Die Dame braucht hier übrigens keine Deckung, weil sie nicht direkt neben dem König steht.
Dieselbe Form funktioniert auch seitlich. Stell dir einen König auf der Randlinie vor, mit eigenen Figuren direkt über und unter ihm, und eine Dame auf derselben Reihe zwei Felder entfernt. Die Geometrie ist identisch, nur gedreht.
Wie es meistens entsteht
Epaulettenstellungen entstehen oft aus langsamer Entwicklung oder bei einem König, der nie rochiert hat. Darauf solltest du achten:
- Der König steht am Brettrand zwischen zwei eigenen Figuren.
- Die Felder vor den Nachbarn des Königs, im Beispiel d7 und f7, sind leer, oft weil diese Bauern schon gezogen haben oder geschlagen wurden.
- Deine Dame hat einen Weg zu dem Feld zwei Schritte vor dem König.
Die Dame kommt oft mit einem Schlagzug nach e6 oder nachdem ein Abzugsangriff die Linie geöffnet hat. In Rätseln ist der erste Zug häufig ein Opfer, das den letzten Verteidiger von e6 beseitigt oder die e-Linie räumt.
Wo Spieler danebengreifen
Als Angreifer übersiehst du leicht, dass eine der flankierenden Figuren dazwischenziehen kann. Hat Schwarz statt eines Turms einen Läufer auf f8, kann dieser nach e7 zurückgehen und das Schach verstellen. Eine schwarze Dame auf d8 kann das genauso. Bevor du auf dieses Matt spielst, prüfe also, ob eine der beiden „Epauletten“ vor den König treten kann.
Vergewissere dich außerdem, dass die Dame nicht einfach geschlagen werden kann. Ein Bauer auf d7 oder f7 oder ein Springer, der e6 deckt, macht alles zunichte.
Als Verteidiger ist es ein Fehler, deinen König zwischen eigenen Figuren eingeklemmt zu lassen, während die Felder vor ihm schwach sind. Zieh eine der flankierenden Figuren weg, selbst auf ein passives Feld, und schon hat der König einen Fluchtweg. Auch ein Bauer auf d7 oder f7, der e6 bewacht, hilft enorm.
Tipps zum Lösen von Epauletten-Rätseln
- Schau auf die Schultern des Königs. Sind beide Nachbarn am Rand seine eigenen Figuren, prüf jedes Feld zwei Schritte vor dem König.
- Frag dich, was dazwischenziehen kann. Zähl die Figuren des Verteidigers, die das Schach verstellen könnten, bevor du dich auf ein Opfer festlegst.
- Denk an die seitliche Version. Auf der h-Linie oder a-Linie ist das Muster genauso tödlich, nur übersieht man es dort leichter.
Wenn du die Epaulettenform ein paarmal gesehen hast, wirkt ein König zwischen seinen eigenen Figuren nicht mehr wie eine Festung, sondern wie eine Zielscheibe.









