En passant ist die Regel, die Anfänger am meisten überrascht, und selbst erfahrene Spieler vergessen sie im Eifer des Gefechts. Genau das macht sie zu einem perfekten Rätselthema. In diesen Stellungen ist das Schlagen en passant der Schlüsselzug oder der Zug, der den Rest der Lösung erst möglich macht. Manchmal gewinnt er einfach einen Bauern. Häufiger öffnet er genau im richtigen Moment eine Linie, eine Diagonale oder eine Reihe.
Die Regel, ganz genau
En passant (französisch für „im Vorbeigehen“, auf Deutsch auch Schlagen im Vorbeigehen) erlaubt einem Bauern, einen gegnerischen Bauern zu schlagen, der gerade mit einem Doppelschritt direkt neben ihm gelandet ist. Die Bedingungen sind streng:
- Dein Bauer muss auf seiner fünften Reihe stehen: für Weiß die fünfte Reihe, für Schwarz die vierte.
- Der gegnerische Bauer muss gerade von seinem Ausgangsfeld aus zwei Felder vorgerückt sein und nun direkt neben deinem Bauern stehen.
- Du musst sofort schlagen, also gleich im nächsten Zug. Spielst du etwas anderes, ist die Chance für immer vorbei.
Du schlägst, indem du deinen Bauern schräg auf das Feld ziehst, das der gegnerische Bauer übersprungen hat. Der gegnerische Bauer wird vom Brett genommen. Ein Beispiel: Weiß hat einen Bauern auf e5, Schwarz spielt d7-d5. Jetzt kann Weiß mit exd6 antworten. Der weiße Bauer landet auf d6, und der schwarze Bauer verschwindet von d5.
Wie jeder Zug muss auch dieser regelkonform sein: Würde dein eigener König nach dem Schlagen en passant im Schach stehen, darfst du ihn nicht spielen.
Warum die Regel für die Taktik wichtig ist
En passant ist ungewöhnlich, weil ein einziger Schlagzug zwei Felder auf derselben Reihe leert und ein Feld auf der nächsten Reihe besetzt. Das hat ein paar besondere Folgen:
- Linien öffnen. Verschwindet der gerade gezogene Bauer, kann das eine Diagonale für einen Läufer oder eine Linie für einen Turm freimachen, oft als Abzugsangriff.
- Abzugsschach. Hat dein Bauer einer deiner Figuren den Weg zum gegnerischen König versperrt, gibt er ihn beim Schlagen en passant frei, und es ist Schach.
- Dem Schach entkommen. Gibt schon der Doppelschritt des Bauern Schach, beseitigt das Schlagen en passant den schachgebenden Bauern. Manchmal ist es der einzige erlaubte Zug.
- Matt. Der Bauer kann von seinem neuen Feld aus selbst Schach geben, und hin und wieder ist dieses Schach matt.
Auch für die Verteidigung gibt es eine Besonderheit. Weil beide Bauern von derselben Reihe verschwinden, kann en passant diese Reihe zwischen einem König und einem gegnerischen Turm oder einer gegnerischen Dame öffnen. Dann ist das Schlagen verboten. Das solltest du im Kopf haben, wenn du die möglichen Antworten deines Gegners prüfst.
So erkennst du es
Der Auslöser ist immer der letzte Zug des Gegners. Hat er gerade einen Bauern zwei Felder vorgezogen und steht dieser jetzt neben einem deiner Bauern, halte inne und frag dich, ob das Schlagen en passant etwas bringt. In Rätseln ist dieser Bauernzug meistens der letzte Zug vor deinem, also schau dir an, was sich gerade bewegt hat.
Häufige Fehler
- Glauben, der Bauer sei sicher, weil er an deinem vorbeigezogen ist. Ist er nicht, zumindest einen Zug lang.
- Einen Zug zu spät en passant schlagen wollen. Das Recht verfällt sofort.
- Die Regel auf Figuren anwenden. Nur Bauern können en passant schlagen, und nur Bauern können so geschlagen werden.
- Vergessen, dass das Schlagen verboten ist, wenn dein eigener König dadurch im Schach steht.
Tipps
Siehst du einen Doppelschritt neben deinem Bauern, geh jede Linie durch, die das Schlagen öffnen würde, und jedes Feld, das dein Bauer von seinem neuen Platz aus angreift. Achte besonders auf Läufer, Türme und Damen hinter den Bauern. Und wenn du eines dieser Rätsel gelöst hast, spiel es langsam nach: Zu sehen, wie zwei Bauern eine Reihe verlassen und auf der nächsten ein Bauer auftaucht, hilft dir, die Geometrie zu verinnerlichen.











